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DIE VERSILIA VON GIACOMO PUCCINI


PUCCINI's 150. GEBURTSTAG

Einer der größten italienischen Komponisten aller Zeiten, der bekannte und auf der ganzen Welt geschätzte Giaccomo Puccini; ein Künstler, dessen Werke - "La Boheme", "Tosca" und "Madama Butterfly", um nur einige zu nennen - zum Standardrepertoire vieler Opernhäuser gehören, feierte 2008 seinen 150. Geburtsttag. Zu diesem Anlass wurden in Italien und dem Ausland eine große Zahl an Veranstaltungen organisiert. Während nahezu in jeder italienischen Stadt Konzerte und Ausstellungen stattfanden, befand sich das Zentrum des Festivals jedoch in Torre del Lago, in Lucca und entlang der Küste von Versilia. Als Highlight ist das neue Open Air Theater mit 3.370 Plätzen eingeweiht worden. Es wurde in einer großen Grünanlage, dem "Parco Culturale della Musica", am Ufer des Lago Massaciuccoli und vor der Villa Puccini gebaut und ist das Resultat einer unglaublichen Verschmelzung von Tradition, Natur und Technik. Es sollte eine Atmosphäre geschaffen werden, in der sich die Zuschauer in die Zeit des großen Künstlers zurückversetzt fühlen und das Werk in all seiner Schönheit genießen können.


WER WAR GIACOMO PUCCINI

Giacomo Puccini, Sohn einer Musikerfamilie gilt neben Giuseppe Verdi und Richard Wagner als der bedeutendste Komponist der internationalen Opernszene des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Er distanzierte sich von den zwei damals vorherrschenden Hauptstömen, dem "Verismo"* und dem "Dannunziano"** und kreierte seinen eignene Stil, der auch heute noch sehr bewundert wird.

Puccini schreib sine Werke ausschließlich für das Musiktheater und, im Gegensatz zu den großen Namen der avangardistischen Strömung des 20. Jahrhunderts, komponierte er mit dem Ziel, den Geschmack seines Publikums zu treffen und zu befriedigen. Er unternahm unzählige Auslandsreisen und fand bald auch großen Anklang im restlichen Europa und Amerika. Im Laufe seines Lebens komponierte er nur eine begrenzte Anzahl an Opern, 12 um genau zu sein. Sein Hauptinteresse lag in der Verbesserung der eigenen theatralischen Mechanismen. Er wollte ein perfektes Theaterstück schaffen, das Zuschauer rund um den Globus auf lange Sicht begeistert und sich einen festen Platz in der Theaterwelt etabliert. Interesse, Vielfalt, Schnelligkeit, die Synthese und Tiefe vieler Scenentricks, dies sind die Grundzutaten seines Theaters.

Das Publikum, obwohl manchmal auch etwas überwältigt und verwirrt von der Originalität seiner Werke, stand stets hinter dem großen Meister und bewunderte ihn. Während die Musikkritiker, vor allem von italienischer Seite, ihm eher mit Misstrauen und Ablehnung gegenüber traten. Die Ablehnung gegenüber seiner Werke wird dem Fakt zugeschrieben, dass es diesen, vor allem unter dem Schwerpunkt der Melodie, offensichtlich aufgrund der Popularität an Tiefe und Ernsthaftigkeit fehlt.

In den 90er Jahren, wurden seine Arbeiten neu bewertet und im hohen Maße von den Komponisten seiner Zeit wie Strawinsky, Schönberg, Ravel und Webern geschätzt. Seine Werke sind durch die Separation vom tiefen Nazionalismus und zur gleichen Zeit der Assimilation verschiedener Kulturen und Musicalcodes geprägt. Puccini's Opernstil stand unter einem großen Einfluss von Wagner und vereint unterschiedliche orchestrale Klangfarben und Konfigurationen in verschiedenen dramatischen Momente: das Orchester unterstreicht die Atmosphäre in den einzelnen Szenen.
La Bohème von Giacomo Puccini

Seine Werke lassen sich in Arien und Nummern unterteilen, auch wenn seine Partituren oftmals eine Kontinuität und starke Verknüpfung aufweisen. So kehren in seinen Werken, wie auch bei seinem Vorbild Wagner, immer wieder bestimmte Leitmotive auf, die eine Person, einen Gegenstand, eine Idee oder ein Gefühl symbolisieren und unterstreichen. Im Gegensatz zu den deutschen Künsterln jener Zeit, die Motive in komplexen Figuren entwickelt, bleiben die Motive bei Puccini mehr oder weniger identische, während der ganzen Oper.

* Der Verismus (ital. verismo, von vero ‚wahr‘) bezeichnete ursprünglich eine Strömung der italienischen Literatur im 19. Jahrhundert, die sich mit der Mühe einer exakten Beschreibung und mit sozialkritischen Zielen dem Leben von Bauern und Fischern widmet. Davon ausgehend, wurde der Begriff zum Namen für eine Richtung der italienischen Oper Ende des 19. Jahrhunderts.

** Künstlerischer Stil der in Verbindung mit dem italienischen Dichter Gabriele D'Annunzio steht.

SEIN LEBEN

Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria Puccini war der sechste von neun Söhnen von Michele Puccini (1813-1864) und Albina Magi (1830-1884) und wurde am 22. Dezember 1858 in Lucca geboren. Nach einer schwierigen Operation verstarb er im November 1924 in Brüssel.

Giacomo Puccini stammte aus einer Musikerfamilie. Die letzten vier Generationen seiner Familie hatten ihr Leben der Musik verschrieben, sowohl auf mütterlicher als auch auf väterlicher Seite. Sein Vater Michele Puccini, den er im Alter von 5 Jahren verloren hatte, war Leiter der Stadtkapelle von Lucca, Organist am Dom und Komponist von Opern und Messen, sein Großvater Domenico Puccini ebenfalls ein Komponist von Orchesterwerken und Klavierstücken. Ganz im Sinne der Familientradition wurde Puccini Sänger (1868), Organist (1872) und auch aktiv als frühreifer Komponist. Im Jahr 1874 nimmt in das Pacini Institut für Musik in Lucca an und zwei Jahre später schreibt er das Präludiums für das lokal ansässige Orchester. Im Alter von 14 Jahren war er bereits in der Lage für seinen Lebensunterhalt selbst aufzukommen. Er hatte eine Festanstellung als Kirchenorganist und Chorleiter im Dom von Lucca. In dieser Zeit schrieb er bereits einige, heute weniger bekannte Werke, darunter: die Kantate, "I figli d'Italia bella", 1877; a "mottetto" ("Mottettto per San Paolino", 1877) and a "messa" (1880).

Mit Unterstützung seines Onkels und eines Stipendiums studierte er ab 1880 für drei Jahre am Mailänder Konservatorium und, obwohl ihn sein Onkel als einen "armen und undisziplinierten" Studenten beschrieb, erzielte er die besten Ergebnisse. Unterrichtet wurde er von Carlo Angeloni, der selbst Schüler von Michele Puccini war und ihn an seiner Liebe zur Oper teilhaben ließ. In Mailand kam Puccini mit vielen wichtigen Künstlern der damaligen Zeit in Kontakt und wurde Mitglied der "Scapigliatura"-Bewegung (Gruppe von intellektuellen Ästhetikern, auch als "Gli scapigliati di Milano" bekannt). So beginnt die erfolgreiche Karriere von Giacomo Puccini, der viele der berühmtesten Opern weltweit komponiert hat.

Am 31. Mai 1884 debütierte er im Teatro Dal Verme in Mailand mit seiner Erstlingsoper "Le Villi", wofür er beim Publikum und bei der Kritik großen Erfolg erntete. Nach einer langen Entstehungsgeschichte stellt er seine erste Oper, "Edgar", im Theater "La Scala" - im Jahr 1889 vor, aber sie hatte kaum Erfolg. Puccini in seiner Villa in Torre del Lago Unterstützt durch seinen Herausgeber verliert er dennoch nicht seinen Glauben an den "großen Durchbruch". Während er über neue Charaktere nachdenkt, beginnt er mit dem Umzug nach Torre del Lago. Er zog sich in sein Haus bei Viareggio zurück um neue Musik für das "Libretto" (die Geschichte in einer Oper) zu komponieren. Puccini liebte das kleine Dorf. Er liebte es, zur Jagd zu gehen oder mit seinen Zeitgenossen zu schwelgen. Hier antstand der Großteil seiner Werke, wie auch seine dritte Oper und sein erster großer Erfolg, "Manon Lescaut". Das Stück entstand aus einer bemerkenswerten Zusammenarbeit mit den Librettisten Luigi Illica und Giuseppe Giocosa, die ihn auch bei seinen weiteren Kompositionen, seinen drei bekanntesten und meistaufgeführten Werke: "La Bohème" (1896), "Tosca" (1900) und "Madama Butterfly" (1904), unterstützten. Die Uraufführung seiner "Madama Butterfly" am 17. Februar 1904 war zunächst ein außerordentlicher Misserfolg. Erst nach der Überarbeitung wurde die Oper drei Monate später am Teatro Grande von Brescia erneut aufgeführt und nun mit großer Begeisterung aufgenommen.

In der Zwischenzeit gründete er eine Familie und lebte mit Elvira Bonturi zusammen. Am 23. Dezember 1886 erblickte ihr Sohn Antonio das Licht der Welt und die beiden heirateten 1904.

Die nächsten Jahre begründen sich auf vielen Arbeiten, die im Metropolitan in New York aufgeführt wurden (darunter „La fanciulla del West“ 1910), sowie auf Kooperationen mit neuen Autoren.

Vom Jahr 1919 bis 1922 verweilte er in der Gemeinde von Orbetello, in der südlichen Maremma, Toskana, wo er auf dem Strand der Tagliata einen alten Aussichtsturm, heute Torre Puccini genannt, aus der Zeit der spanischen Herrschaft kaufte und ständig bewohnte. Hier, direkt wenige Meter vom Tyrrhenischen Meer, widmete er sich der Komposition seiner letzten Oper Turandot.

Seit 1923 litt er an Kehlkopfkrebs. Doch trotz der schweren Krankheit arbeitete er hart an seinem letzten großen Werk, der "Turandot", weiter. Noch vor den letzen Nachbesserungsarbeiten und der Erstaufführung geht Puccini nach Brüssel um sich dort am Hals operieren zu lassen. Er verstirbt am 29. November 1924.

Die Villa bei Torre del Lago, in der Puccini besonders in seinen letzten Jahren lange Zeit mit Komponieren verbracht hatte, beherbergt jetzt ein Museum, die "Villa Museo Puccini". Es ist eine atemberaubende Umgebung inmitten von unberührter Natur nahe dem Meer, die von Puccini zum Rückzug in die Einsamkeit genutzt wurde. In der Kapelle der Villa liegt Puccini, sowie seine Frau und sein Sohn, die später starben, begraben. Heute gehört das Haus seiner Großenkelin, Simonetta Puccini, und ist das ganze Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich.

SEINE WERKE - Opern

Hier ein kleiner Überblick über die Hauptwerke des Komponisten (viele seiner Werke blieben jedoch unvollendet):

  • Le Villi. Opera-ballo (1 Akt). Libretto: Ferdinando Fontana. UA 31. Mai 1884 Mailand (Teatro dal Verme)
  • La Bohème. Opera (4 Bilder). Libretto: Giuseppe Giacosa, Luigi Illica. UA 1. Februar 1896 Turin (Teatro Regio) - die wohl romantischste Oper aller Zeiten, heute die bekanntste Oper
  • Tosca. Melodramma (3 Akte). Libretto: Luigi Illica, Giuseppe Giacosa. UA 14. Januar 1900 Rom (1900) - aufgrund ihrer signifikanten Eigenschaften, die wohl wichtigste Oper in der Theatergeschichte
  • Madama Butterfly. Tragedia giapponese (2 Akte). Libretto: Luigi Illica, Giuseppe Giacosa. UA 17. Februar 1904 Mailand (Teatro alla Scala)
  • La rondine. Commedia lirica (3 Akte). Libretto: Giuseppe Adami, Alfred Maria Willner, Heinz Reichert. UA 27. März 1917 Monte Carlo (Opéra)
  • Turandot. Dramma lirico (3 Akte; Finale unvollendet). Libretto: Giuseppe Adami, Renato Simoni (1875–1952). UA (als Fragment) 25. April 1926 Mailand (Teatro alla Scala) - unvollendet und von Franco Alfano fertiggestellt

UNGEWÖHNLICH, ABER WAR


PUCCINI UND DIE MOTORWELT

Puccinis Leidenschaft für AutosViele kennen die Vorliebe Puccini's für Autos, doch nur einige wissen, dass der ersten italienischen SUV auch auf seinen Ideen basierte.

Alles begann jedoch mit dem Kauf eines 5 PS De Dion-Bouton im Jahr 1901, der 2 Jahre später schon durch einem Clément-Bayard ersetzt wurde. Torre del Lago, Viareggio und Forte dei Marmi, Puccini liebte es in seinen Schmuckstücken die Via Aurelia entlang zu düsen. 1905 kaufte er sich einen Sizaire-Naudin, es folgte ein Isotta Franchini AN20/30HP und einige FIAT-Modelle in den Jahren 1909 und 1919. Während sich in diesen Autos wunderbare Familienausflüge unternehmen ließen, waren sie für die Jagt jedoch komplett ungeeignet. Puccini wollte einen Gefährt, mit dem man sich auch abseits der befestigten Straßen gut fortbewegen konnte. Aus diesem Grund gab er bei Vincenzo Lancia die Anfertigung eines Geländewagens in Auftrag. So entstand der erste italienische SUV - für 35.000 lire. Es war für jene Zeiten ein eher verrücktes Auto, doch Puccini war so fasziniert, dass er bald darauf einen Trikappa und einen Lambda kaufte. Im August 1922 unternahm er mit seinen Freunden eine lange Europareise im Trikappa. Gemeinsam besuchten sie: Cutigliano, Verona, Trient, Bozen, Innsbruck, München, Ingolstadt, Nürnberg, Frankfurt, Bonn, Köln, Amsterdam, Den Haag und Konstanz. Seine letzte Fahrt, die zum Flughafen Pisa, unternahm er in seinem Lamba. Wenige Monate darauf verstarb er in Brüssel.

PUCCINI UND DIE FRAUEN

Seine zweite große Leidenschaft, gleich nach den Autos, waren die Frauen. Seiner Biografie zu Folge und der Art, in der er sich selbst zu beschreiben pflegte, ist es garnicht so abwegig, sich ihn als Latin Lover vorzustellen. Er war freilich ein Lebemann der italienischen Belle Epoque.

Seine Frau, Elvira Bonturi, war seine erste große Liebe. Sie heirateten am 3. Februar 1904 in Lucca. Doch das Glück hielt nicht lange an. Sie war sehr eifersüchtig und unterstellte ihm eine Affäre mit der Haushälterin der Puccini's. Nach der gescheiterten Ehe hatte Puccini verschiedene, mehr oder weniger wichtige Beziehungen. Unter seinen Liebhaberinnen fanden sich Persönlichkeiten wie Hariclea Darclée, Sybil Beddington oder der Baroness Josephine von Stengel. Er wittmete seinen Frauen immer viel Zeit und ließ sich von ihre Anwesenheit inspirieren.

Doch abgesehen von seinem unkonventionellen und diskutierten Lebensweise, war Puccini ohne Zweifel, einer der wichtigsten Akteure des 20. Jahrhunderts, der aktiv die italienische Opernwelt gestalltet und die italienische Musk auch über die Grenzen des Landes verbreitet hat. Wir haben es vor allem ihm, Giacomo Puiccini, zu verdanken, dass die italienische Oper heute in der ganzen Welt so geliebt und geschätzt wird.

 

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